«Assoziationen» in Zarskoje Selo vereinten russische Modedesigner
Mehr als 11.000 Menschen sahen am 27. Juni die „Assoziationen“ – eine große theatrale Parade im Museum-Reservat „Zarskoje Selo“, die zum sechzehnten Mal stattfand. In diesem Jahr blieb der Regen aus: Im Katharinenpark herrschten gemäß dem Konzept des Regisseurs Alexei Frandetti auf den Plätzen von vier Modedesignern die vier Elemente – Feuer, Wasser, Luft und Erde. Im Jahr der Einheit der Völker Russlands wurde das Thema „Schönheit vereint“ kreativ von Alexandra Gapanovich (Murmansk – Moskau), Nelly Kruk (Nischni Nowgorod), Sultan Saliev (Kasan) und Sergei Sysaev (Moskau) interpretiert.
Der eigene Garten war mit östlichem Kolorit gefüllt: Rote Fahnen wehten im Wind wie Flammenzungen. Sultan Saliev präsentierte eine durchdachte und ausdrucksstarke Kollektion „Die Chulpy durchblättern“, in der historische Elemente der tatarischen Tracht neu interpretiert wurden. Der Designer zeigte, dass sie das Recht haben, die Garderobe unserer Zeitgenossen zu schmücken. So erfuhren die Petersburger, dass Chulpy traditionelle tatarische Haarschmuckstücke sind, die an Zöpfen befestigt wurden. Anhand dieser konnte man den sozialen Status einer Frau und ihre Herkunft bestimmen. Die Show begann mit dem Klang der Chulpy, gefolgt von Modellen, die zur zauberhaften Musik der Kasaner Gruppe Alpar liefen. Die Künstler verwendeten dabei nationale Instrumente, darunter eines der ältesten – den Kurai. Das Funkeln des Brokats, die gold-braune Farbpalette und die strenge Geometrie der Details faszinierten die Zuschauer.
Alexandra Gapanovich nahm zum dritten Mal an den „Assoziationen“ teil und demonstrierte erneut, dass der russische Norden zu unglaublich eleganten Kreationen inspirieren kann. Die Kollektion „Einheit“ spiegelt die Vorstellung der Designerin von Schönheit wider und ist stark mit dem Ort verbunden, an dem Alexandra geboren wurde – der Kola-Halbinsel. Es ist eine Reflexion über einfache Dinge, von denen viele aus der Kindheit stammen. Erinnern Sie sich an den funkelnden Schnee, die frostige Luft und das Gefühl von Glück und Unbeschwertheit? Die weißen Kugeln erinnerten an Schneebälle auf der Wiese hinter dem Pavillon „Grotte“. Über den flauschigen Schnee – Federn, voluminöse Formen, gesteppte Silhouetten und die helle Farbpalette der Kollektion. Über das Gefühl von heimischer Wärme – Elemente der Orenburger Tücher, gealterte Stoffe. Den finalen Durchgang überredeten sie, von Gapanovich zu leiten, die normalerweise es vorzieht, hinter den Kulissen der Shows zu bleiben.
Im Glanz des Spiegelteichs spiegelten sich die schneeweißen Bilder aus der Kollektion von Nelly Kruk „Spitze und Stahl. Erbe“, und in den Spiegelpaneelen am Pavillon „Obere Badewanne“ – die Pracht der umliegenden Landschaft. Die Designerin verband die Schmuckherstellung mit der Autorinnenmode, inspiriert von traditionellem Kunsthandwerk – der Kosaken-Filigranarbeit. Diese Kollektion ist eine Ode an die russische Schönheit und das russische Handwerk, sie enthält viele handgefertigte Elemente, und die Schmuckstücke und Accessoires wurden speziell nach den Skizzen der Designerin angefertigt. Und dies ist ein strahlendes künstlerisches Statement. Was wert ist, sind die Ohrringe mit Wannen und Eimern, die Tasche mit Wannen. Unter den interessanten Details sind gestrickte „Bob-Haare“ aus Baumwollfäden mit glitzernden Elementen.
Der Moskauer Designer Sergei Sysaev beschloss, seine Liebe zu Petersburg zu gestehen. Und er tat dies unter der edlen Begleitung eines Cellos. Luftströme symbolisierte die wogende Organza aus den Bögen der Dekorationen an der Treppe der Kameron-Galerie. Der Reisenden-Heldin bot der Designer geschlossene Silhouetten, sinnlichen Dekor, schwarz-weiße und pastellfarbene Farbpaletten an. Diese Bilder wurden zart durch die Palette von Wildblumen in den Stickereien ergänzt – Wermut, Kamille, Distel, Ivan-Tee und wilde Heckenrose. Die Drucke der Kollektion wurden von Bildern der russischen Herrenhausarchitektur – Gipsrosetten, Vasen, die wie in Gravurtechnik gefertigt wirken – geprägt.
In diesem Jahr konnten die Zuschauer der „Assoziationen“ an der Kunststation „Ornamentaler Code“ im Pavillon „Abendhalle“ bei der Petersburger Designerin Elena Badmaeva und ihrem Team von der Designschule der Staatlichen Universität Gatschina vorbeischauen. Bei den Meisterklassen erlernten die Gäste die Technik des künstlerischen Drucks auf Stoff und schufen ihren eigenen Druck. Für alle Interessierten bereiteten die Studenten Stempel mit Volksornamenten vor. Die Teilnehmer der Meisterklassen trugen zur Schaffung eines Kaleidoskop-Tuchs der Völker Russlands bei.
An der Treppe der Kameron-Galerie vereinigten sich alle vier Kollektionen und Elemente in der finalen Show. Schönheit vereint.
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